Bund und Land erhöhen die Förderung für die klimafreundliche Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff deutlich. Für das Projekt „SALCOS“ des Stahlkonzerns Salzgitter stellen der Bund und das Land Niedersachsen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 322 Millionen Euro bereit. Damit steigt die Gesamtförderung für die erste Ausbaustufe auf etwa 1,32 Milliarden Euro.
Die zusätzlichen Mittel waren Anfang Februar 2026 von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt worden. Der Bund trägt rund zwei Drittel der neuen Förderung, Niedersachsen etwa ein Drittel. Ziel ist es, eine bestehende Finanzierungslücke zu schließen und die Transformation der Stahlproduktion voranzubringen.
Kern des Projekts ist die schrittweise Umstellung von der kohlebasierten Hochofenroute hin zu wasserstoffbasierten Verfahren. Dabei soll künftig grüner Wasserstoff eingesetzt werden, um CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die Stahlindustrie zählt zu den energieintensivsten Branchen und verursacht einen erheblichen Anteil der industriellen Treibhausgase.
Aus norddeutscher Perspektive gilt das Vorhaben als wichtiger Baustein für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Niedersachsen und die norddeutschen Küstenländer setzen im Rahmen ihrer Wasserstoffstrategien auf eine enge Verzahnung von Industrie, Hafenstandorten und Importinfrastruktur. Projekte wie SALCOS können dabei als Anker für Nachfrage dienen und Investitionen in Transport- und Produktionskapazitäten auslösen.
Auch in Hamburg wird der Aufbau entsprechender Strukturen vorangetrieben. Mit Projekten wie dem „Hamburg Green Hydrogen Hub“ soll die Region zu einem zentralen Knotenpunkt für Produktion und Verteilung von grünem Wasserstoff werden, insbesondere für Industrie und Logistik.
Die Ausweitung der Förderung in Niedersachsen unterstreicht damit die strategische Bedeutung Norddeutschlands für die industrielle Nutzung von Wasserstoff. Der Einsatz in der Stahlproduktion gilt als Schlüsselanwendung, um die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig industrielle Wertschöpfung in der Region zu sichern.