17. Niedersächsische Summer School Wasserstoff und Derivate

Grüner Wasserstoff gilt als einer der wichtigsten Bausteine für die Klimaneutralität von Industrie, Verkehr und Energiesystem. Gleichzeitig ist die Implementierung des Elements und die Schaffung nachhaltiger, wasserstoffbasierter Wirtschaftskreisläufe eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die viel Expertise, Ideenreichtum und Kooperation erfordern wird. Die diesjährige Niedersächsische Summer School bietet Studierenden, Absolvent:innen und Berufseinsteiger:innen im technisch-wissenschaftlichen Themenfeld die Gelegenheit, das Zukunftsfeld Wasserstofftechnologien umfassend kennenzulernen. Link zur Veranstaltung: 17. Niedersächsische Summer School Wasserstofftechnologien – 2026 – EFZN
Schaufensterworkshop: Wasserstoff ahoi! Maritime Anwendungen der Zukunft

Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle für die Dekarbonisierung der Schifffahrt und maritimen Wirtschaft. Der Schaufensterworkshop „Wasserstoff ahoi! Maritime Anwendungen der Zukunft“ beleuchtet aktuelle Entwicklungen, technologische Lösungen und wirtschaftliche Perspektiven für den Einsatz von Wasserstoff in maritimen Anwendungen. Praxisnahe Vorträge und der Austausch mit Expertinnen und Experten bieten Unternehmen wertvolle Impulse für den Einstieg in Wasserstofftechnologien. Termin: 23. September 2026, 9:00–17:00 Uhr Ort: Institut für Maritime Technologien und Antriebssysteme des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Falckensteiner Straße 2Kiel, 24159 Germany Anmeldung bis zum 16.09.2026: https://eveeno.com/227981263
„Ich bin besonders stolz darauf, dass wir […] das Henne-Ei-Problem gelöst haben“

Wasserstoff. Norddeutsch. Persönlich – Andreas Wellbrock Andreas Wellbrock ist Geschäftsführer der Green Fuels GmbH (https://www.h2non.de/about/h2non-wasserstoffnetzwerk-mitglieder-traeger/green-fuels-gmbh/). 2019 machte er sich gemeinsam mit Partnern aus der Windenergie selbstständig, um Wasserstoffprojekte umzusetzen. Mit der 2020 gegründeten Projektgesellschaft HY.City.Bremerhaven (https://www.efarm.nf/hycitybremerhaven/) entstand das erste Wasserstoff-Ökosystem der Stadt – von Grünstrom über grünen Wasserstoff bis zur Tankstelle, an der heute ÖPNV-Busse, Nutzfahrzeuge und Pkw betankt werden. Was motiviert Sie, im Bereich Wasserstoff zu arbeiten? Wasserstoff ist für mich ein extrem spannendes Thema, zumal meine Partner und ich aus der Wind- und Solarenergie kommen. Wir erzeugen bereits große Mengen grünen Stroms, stoßen damit aber allein an Grenzen. Um weitere Sektoren wie Verkehr, Industrie oder Wärme klimaneutral zu machen, brauchen wir zusätzliche Lösungen – und genau hier spielt Wasserstoff eine zentrale Rolle. Wasserstoff lässt sich in großen Mengen speichern, etwa in unterirdischen Kavernen, und hilft so, Versorgungssicherheit auch in Zeiten mit wenig Wind und Sonne zu gewährleisten. Zudem kann Energie über Wasserstoff-Pipelines deutlich effizienter und kostengünstiger transportiert werden als über Stromleitungen. Für mich ist besonders reizvoll, dass wir das nicht nur theoretisch diskutieren, sondern praktisch umsetzen: In Bremerhaven zeigen wir im Alltag, etwa mit Wasserstoffbussen (https://www.bis-bremerhaven.de/de/news/sieben-brennstoffzellenbusse-fuer-bremerhaven/563), dass diese Technologie funktioniert und akzeptiert wird. Auf welchen persönlichen Erfolg sind Sie besonders stolz? Ich bin besonders stolz darauf, dass wir die gesamte Wertschöpfungskette aufgebaut und damit das Henne-Ei-Problem gelöst haben – von grünem Strom über Wasserstoff bis zur Anwendung im ÖPNV und an der Tankstelle. Entscheidend war dabei die Zusammenarbeit mit starken Partnern und unsere konsequent lösungsorientierte Arbeitsweise, mit der wir auch als Vorreiter immer Wege nach vorn gefunden haben. Was hat Sie zuletzt im Bereich Wasserstoff positiv überrascht Positiv überrascht mich, dass sich das Thema nach dem großen Hype inzwischen wieder auf die wirklich engagierten Akteure konzentriert hat. Das erleichtert die Zusammenarbeit, weil man gemeinsam ernsthaft an Projekten arbeiten und das Thema weiter voranbringen kann. Besonders spannend ist für mich, wie greifbar Wasserstoff inzwischen geworden ist. Ein gutes Beispiel ist ein Festival (https://h2-news.de/wirtschaft-unternehmen/brennstoffzelle-von-zeppelin-power-systems-versorgt-festival-mit-gruenem-strom/) , das wir gemeinsam mit dem Unternehmen Zeppelin Power Systems (https://www.zeppelin-powersystems.com/de/de/) als Partner komplett mit Strom aus Wasserstoff versorgt haben, dafür hatten wir einen Wasserstoff-Hybrid-Generator gebaut. Viele Besuchende waren überrascht zu sehen, dass solche Anwendungen heute schon funktionieren. Diese direkte Erfahrung schafft Akzeptanz – und genau das ist aktuell eine sehr positive Entwicklung. Welche Person würden Sie gerne auf einer deutschen Messe oder Konferenz zum Thema Wasserstoff treffen? Ich habe keine einzelne Person im Fokus. Auf Messen nehme ich mir bewusst Zeit, über die Stände zu gehen und ins Gespräch zu kommen, weil oft gar nicht transparent ist, wer woran arbeitet. Mich interessiert, was gezeigt wird, wie es funktioniert und ob sich daraus eine Zusammenarbeit entwickeln kann. So ist zum Beispiel der Kontakt zu Zeppelin entstanden, nachdem ich mir einen ausgestellten Generator genauer angeschaut habe. Ähnlich war es bei einem Unternehmen, das eine Rangierlokomotive auf Wasserstoff umgerüstet hat – daraus könnte ein realer Testbetrieb in Bremerhaven entstehen. Auch mit einem großen Baumaschinenhersteller planen wir aktuell, einen wasserstoffbetriebenen Radlader im Realbetrieb zu testen. Genau diese offenen Begegnungen, das gemeinsame Weiterdenken und Entwickeln, machen für mich den besonderen Reiz solcher Messen aus. Welches Wasserstoff-Projekt oder welchen innovativen Ort – egal wo auf der Welt – würden Sie gern einmal näher kennenlernen? Mich interessieren besonders internationale Vorreiterprojekte. In Europa gibt es zum Beispiel in Wien Ansätze, die unserem Modell ähneln, und gerade hier würde ich mir mehr Austausch zwischen solchen Projekten wünschen. Darüber hinaus finde ich Asien sehr spannend, vor allem China. Dort ist man in vielen Bereichen der Wasserstofftechnologie bereits deutlich weiter, als man hier oft wahrnimmt. Dass Wasserstoff inzwischen fest im chinesischen Fünfjahresplan verankert ist, zeigt, welchen Stellenwert das Thema dort hat. Sich vor Ort anzuschauen, was bereits umgesetzt wird, wäre für mich äußerst interessant. Wir befinden uns im Jahr 2035, in einem Satz: Woran merkt man im Alltag die Bedeutung von Wasserstoff? Im Jahr 2035 merkt man die Bedeutung von Wasserstoff daran, dass Elektromobilität und Wasserstoff selbstverständlich nebeneinander existieren: Städte sind spürbar leiser und sauberer, Busse und Nutzfahrzeuge fahren nahezu geräuschlos und ohne Abgase, was die Lebensqualität – besonders in Innenstädten und an Haltestellen – deutlich verbessert.
Wer treibt die Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten an?

Wer treibt die Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten an? Wie entstehen aus Ideen und Visionen handfeste Projekte, die Bremen und den Nordwesten zu einem Hotspot in der Wasserstoff-Industrie machen? In unserer Reihe „Wasserstoff. Norddeutsch. Persönlich.“ stehen die Persönlichkeiten hinter der Wasserstoff-Wende Rede und Antwort. Mike Blicker ist Projektkoordinator des Energiewende-Großprojekts Norddeutsches Reallabor (NRL) und arbeitet als wissenschaftliche Teamleitung am Competence Center for Energy Transition (CC4E) der HAW Hamburg. Seit rund zwei Jahrzehnten beschäftigt er sich mit Fragen der Energiewende – von der Erzeugung erneuerbarer Energien über deren effiziente Verwendung und Systemintegration bis hin zur Rolle von Wasserstoff. 1. Was motiviert Sie, im Bereich Wasserstoff zu arbeiten? Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit erneuerbaren Energien, Energiespeicherung und der Transformation der Energieversorgung. Die zentrale Frage ist dabei für mich immer gewesen, wie wir das Energiesystem insgesamt zusammenbringen und sinnvoll integrieren können. Wasserstoff spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, insbesondere wenn es um Systemintegration und Sektorenkopplung geht. Aus meiner Sicht ist klar, dass wir grünen Wasserstoff brauchen, um die Energiewende vollständig umzusetzen und fossile Energieträger komplett zu substituieren. Gleichzeitig sehe ich es als Aufgabe der Forschung, genau zu prüfen, wo sein Einsatz sinnvoll ist – und wo es bessere Alternativen gibt. In unserem Reallabor konnten letztlich nicht alle Projektideen final in die Praxis überführt werden, aber auch daraus haben wir sehr viel gelernt: Dadurch verstehen wir heute besser, warum bestimmte Dinge nicht funktionieren und was es braucht, damit sie künftig gelingen. 2. Auf welchen persönlichen Erfolg sind Sie besonders stolz? Ich bin weniger auf einen einzelnen persönlichen Erfolg stolz als eher auf das, was wir gemeinsam im Norddeutschen Reallabor erreicht haben. Hier in Norddeutschland ist es gelungen, mit einem starken Netzwerk das Thema Wasserstoff und die Energiewende insgesamt deutlich voranzubringen. Wir haben mit über 50 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik daran gearbeitet, sowohl die Erzeugung als auch die Nutzung von Wasserstoff in verschiedensten Anwendungen zu ermöglichen, vor allem in der Industrie – zum Beispiel durch die Integration einer Elektrolyseanlage in ein Kompostwerk der Stadtreinigung Hamburg zur Steigerung der Biogasausbeute oder die Umrüstung von Reduktionsprozessen beim Multimetallhersteller Aurubis. 3. Was hat Sie zuletzt im Bereich Wasserstoff positiv überrascht? Positiv finde ich vor allem, dass es im Bereich Infrastruktur trotz vieler Herausforderungen spürbar vorangeht – gerade hier in Norddeutschland und speziell in Hamburg. Es wird konkret gebaut und geplant, ohne immer wieder in Frage zu stellen, ob wir Wasserstoff überhaupt brauchen. Dass wir den Wasserstoff brauchen, zeigen ja zahlreiche Studien. Das klassische Henne-Ei-Problem ist zwar noch da, aber man sieht, dass Projekte trotzdem umgesetzt werden – etwa im Umfeld des Norddeutschen Reallabors, wo bereits mehrere Elektrolyseure entstanden sind, beim Wasserstoff-Kernnetz oder bei Elektrolysevorhaben wie dem Green Hydrogen Hub in Hamburg-Moorburg. Mich beeindruckt dabei vor allem das mutige Vorangehen und das Festhalten an den Planungen, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht immer einfach sind. 4. Welche Person würden Sie gerne auf einer deutschen Messe oder Konferenz zum Thema Wasserstoff treffen? Konkrete Personen kann ich da gar nicht benennen. Was ich mir aber wünschen würde, ist ein noch stärkerer internationaler Austausch. Wir durften bereits Delegationen aus anderen Ländern wie Indien, Südafrika, Taiwan und Japan bei uns begrüßen, die sich über unsere Arbeit informieren wollten. Deren Perspektiven finde ich sehr spannend, weil die Rahmenbedingungen international oft sehr unterschiedlich sind. 5. Welches Wasserstoff-Projekt oder welchen innovativen Ort – egal wo auf der Welt – würden Sie gern einmal näher kennenlernen? Japan wird häufig als Vorreiter im Bereich Wasserstoff genannt – und das sticht aus meiner Sicht auch heraus. Gerade die Aktivitäten dort, etwa in der Präfektur Fukushima, würde ich mir gern einmal vor Ort anschauen, um zu sehen, wie sie das technisch umsetzen und wie die verschiedenen Elemente zusammenkommen. Gleichzeitig ist klar, dass sich nicht alles eins zu eins auf Deutschland übertragen lässt. In Japan wird sehr konsequent in vielen Bereichen auf Wasserstoff gesetzt und man schaut nicht so genau darauf, welche Farbe der Wasserstoff hat. In Deutschland differenzieren wir da stärker, um die Gesamtkosten des Energiesystems im Blick zu behalten und langfristig teure Lock-in Effekte zu vermeiden. 6. Wir befinden uns im Jahr 2035, in einem Satz: Woran merkt man im Alltag die Bedeutung von Wasserstoff? Ich würde mir wünschen, dass wir 2035 zurückblicken und sehen, dass viele der heutigen Herausforderungen und Unsicherheiten überwunden sind – ähnlich wie bei der Photovoltaik, die anfangs auch skeptisch betrachtet wurde und heute eine der günstigsten Formen der Stromerzeugung ist. Ich hoffe auch, dass bis dahin in Politik und Gesellschaft weniger ideologisch getriebene Debatten geführt werden und stattdessen klar ist, welchen Beitrag Wasserstoff zur Energiewende leisten kann. Im Alltag würde man die Bedeutung von Wasserstoff daran merken, dass die Technologie verlässlich funktioniert, die notwendige Infrastruktur aufgebaut ist und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Gleichzeitig würden Wasserstoff und Wasserstoffderivate gezielt dort eingesetzt, wo es wirklich sinnvoll ist –– nämlich in nicht elektrifizierbaren Prozessen in der Industrie, der Chemie und Teilen des Flug- und Schiffsverkehrs.
MB, Daimler Truck und Kawasaki planen Importkorridor über HH

Gute Nachrichten für den Wasserstoffstandort Norddeutschland: Hamburg könnte künftig eine zentrale Rolle beim Import von Flüssigwasserstoff nach Europa übernehmen. Die Unternehmen MB Energy, Daimler Truck und Kawasaki Heavy Industries wollen gemeinsam eine Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa über den Hamburger Hafen aufbauen. Die drei Partner unterzeichneten dazu im Rahmen des Hamburger Hafengeburtstags eine gemeinsame Entwicklungsvereinbarung. Ziel ist es, den Import von flüssigem Wasserstoff (LH2) und dessen Nutzung in Europa bis Anfang der 2030er Jahre kommerziell umzusetzen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Machbarkeitsstudien für eine wirtschaftlich tragfähige Wasserstoff-Lieferkette über den Hafen Hamburg. Die Unternehmen wollen dabei ihre jeweiligen Kompetenzen in Infrastruktur, Logistik, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff bündeln. Grundlage ist eine bereits bestehende Absichtserklärung zum Aufbau einer deutsch-japanischen Wasserstoffpartnerschaft. Aus Sicht der norddeutschen Wasserstoffstrategie stärkt das Vorhaben die Rolle Hamburgs als zentralen Import- und Verteilstandort für Wasserstoff in Europa. Norddeutschland setzt beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft insbesondere auf die Verbindung von Hafeninfrastruktur, Industrie und internationalem Handel. Der Hamburger Hafen gilt dabei als wichtiger Knotenpunkt für den Import von Wasserstoff und Wasserstoffderivaten. MB Energy bringt seine Erfahrung im Energiehandel sowie bestehende Tankstellen- und Logistiknetze in das Projekt ein. Geplant ist unter anderem die Umrüstung von Standorten entlang zentraler Transportkorridore für die Nutzung von flüssigem Wasserstoff. Daimler Truck verfolgt bei der Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs eine Doppelstrategie mit batterieelektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben. Das Unternehmen plant, ab Ende 2026 erste Brennstoffzellen-Lkw mit Flüssigwasserstoff in den Kundeneinsatz zu bringen. Eine Serienproduktion wird für die frühen 2030er Jahre angestrebt. Kawasaki Heavy Industries soll insbesondere Technologien für die Verflüssigung, Speicherung und den Transport von Wasserstoff bereitstellen. Dazu zählen unter anderem Flüssigwasserstoff-Tanks, Verflüssigungsanlagen und Spezialschiffe für den internationalen Wasserstofftransport. Mit dem geplanten Aufbau der Lieferkette möchte Norddeutschland seine Bedeutung für den europäischen Wasserstoffmarkt weiter ausbauen. Die Partner sehen in dem Vorhaben einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zur Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs und zur Entwicklung internationaler Wasserstoffkorridore. Link zur News: MB Energy, Daimler Truck and Kawasaki Heavy Industries signed agreement to develop liquefied hydrogen supply chain to Europe via Hamburg
Bremen wird erstes von der EU gefördertes Hydrogen Valley in Deutschland

Bremen wird zur ersten von der EU geförderten Wasserstoff-Modellregion in Deutschland: Mit rund neun Millionen Euro unterstützt die EU das Projekt „H2B:IMPACT“ (Hydrogen in Bremen: Innovations in Mobility, Ports and Clean Transformation). Ziel ist der Aufbau eines sogenannten Hydrogen Valley, in dem Wasserstoff entlang der gesamten Wertschöpfungskette produziert, gespeichert, verteilt und angewendet wird. Die Fördervereinbarung wurde im März 2026 zwischen der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation und der Clean Hydrogen Partnership unterzeichnet. Damit setzt sich Bremen im europäischen Wettbewerb durch und reiht sich in einen ausgewählten Kreis europäischer Modellregionen ein. Im Rahmen des Projekts sollen konkrete Anwendungen von Wasserstoff in Industrie, Häfen, Mobilität und Baugewerbe umgesetzt und unter realen Bedingungen erprobt werden. Die Demonstrationsphase ist auf mehrere Jahre angelegt und soll wichtige Erkenntnisse für den breiten Einsatz von Wasserstoff liefern. Insgesamt sind 27 Partner aus Deutschland und Europa beteiligt. Federführend ist die Wirtschaftsbehörde Bremen, unterstützt vom Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik sowie weiteren internationalen Partnern. Auch Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES bringen ihre Expertise ein. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz und verbindet Produktion, Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff. Mit einer geplanten Elektrolyseleistung von rund 25 Megawatt soll grüner Wasserstoff für verschiedene Sektoren bereitgestellt werden. Die EU-Förderung gilt zugleich als wichtiges Signal für die Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland. Bremen stärkt damit seine Rolle als Innovationsstandort und treibt die Entwicklung einer integrierten Wasserstoffwirtschaft weiter voran. Langfristig sollen die im Projekt entwickelten Lösungen in den Regelbetrieb überführt und als Vorbild für andere Regionen in Europa dienen.
Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff: Erhöhte Förderung

Bund und Land erhöhen die Förderung für die klimafreundliche Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff deutlich. Für das Projekt „SALCOS“ des Stahlkonzerns Salzgitter stellen der Bund und das Land Niedersachsen zusätzliche Mittel in Höhe von rund 322 Millionen Euro bereit. Damit steigt die Gesamtförderung für die erste Ausbaustufe auf etwa 1,32 Milliarden Euro. Die zusätzlichen Mittel waren Anfang Februar 2026 von der EU-Kommission beihilferechtlich genehmigt worden. Der Bund trägt rund zwei Drittel der neuen Förderung, Niedersachsen etwa ein Drittel. Ziel ist es, eine bestehende Finanzierungslücke zu schließen und die Transformation der Stahlproduktion voranzubringen. Kern des Projekts ist die schrittweise Umstellung von der kohlebasierten Hochofenroute hin zu wasserstoffbasierten Verfahren. Dabei soll künftig grüner Wasserstoff eingesetzt werden, um CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Die Stahlindustrie zählt zu den energieintensivsten Branchen und verursacht einen erheblichen Anteil der industriellen Treibhausgase. Aus norddeutscher Perspektive gilt das Vorhaben als wichtiger Baustein für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Niedersachsen und die norddeutschen Küstenländer setzen im Rahmen ihrer Wasserstoffstrategien auf eine enge Verzahnung von Industrie, Hafenstandorten und Importinfrastruktur. Projekte wie SALCOS können dabei als Anker für Nachfrage dienen und Investitionen in Transport- und Produktionskapazitäten auslösen. Auch in Hamburg wird der Aufbau entsprechender Strukturen vorangetrieben. Mit Projekten wie dem „Hamburg Green Hydrogen Hub“ soll die Region zu einem zentralen Knotenpunkt für Produktion und Verteilung von grünem Wasserstoff werden, insbesondere für Industrie und Logistik. Die Ausweitung der Förderung in Niedersachsen unterstreicht damit die strategische Bedeutung Norddeutschlands für die industrielle Nutzung von Wasserstoff. Der Einsatz in der Stahlproduktion gilt als Schlüsselanwendung, um die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig industrielle Wertschöpfung in der Region zu sichern.
tesa setzt auf grünen Wasserstoff: Industrielle Transformation in Hamburg-Harburg

Der Klebebandhersteller tesa treibt die Dekarbonisierung seiner Produktion in Hamburg-Harburg konsequent voran und setzt dabei künftig auf grünen Wasserstoff. Mit dem geplanten Anschluss an das Wasserstoff-Industrienetz HH-WIN bis 2027 stärkt das Unternehmen die Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland und setzt ein wichtiges Signal für die klimaneutrale Industrie. Das Werk in Hamburg-Harburg ist der größte Produktionsstandort des international tätigen Herstellers für Klebebänder und selbstklebende Produktlösungen. Dort plant tesa eine umfassende Transformation seiner energieintensiven Fertigung. Im Zentrum steht der Einsatz von grünem Wasserstoff, um fossile Energieträger zu ersetzen und CO₂-Emissionen deutlich zu reduzieren. Ergänzt wird das Transformationskonzept durch die Elektrifizierung der Prozesswärme, den Einsatz von Wärmespeichern sowie KI-gestützte Steuerungssysteme zur Optimierung der Produktionsabläufe. Dadurch soll die Produktion langfristig klimaneutral und zukunftsfähig ausgerichtet werden. Für die Umrüstung erhält tesa eine Förderung der Stadt Hamburg in Höhe von rund 950.000 Euro. Der Anschluss an das Wasserstoffnetz HH-WIN gilt dabei als zentraler Baustein. Das entstehende Netz wird künftig Wasserstofferzeuger, Importterminals und industrielle Abnehmer miteinander verbinden und so die Infrastruktur für eine skalierbare Wasserstoffwirtschaft in Norddeutschland schaffen. Für Norddeutschland zeigt das Projekt beispielhaft, wie industrielle Transformation und Infrastrukturentwicklung Hand in Hand gehen können. Die Umstellung bei tesa unterstreicht somit die zentrale Rolle von Wasserstoff bei der Dekarbonisierung energieintensiver Produktionsprozesse und liefert damit einen wichtigen Impuls für die Wasserstoffwirtschaft in der Region.
Wasserstoff-Kongress

Wasserstoff-Kongress 2026 „EnergieZukunftWasserstoff“ Um die Rolle von Wasserstoff im Energiesystem zu bewerten und zu prognostizieren, sind verschiedene wissenschaftliche Perspektiven zu berücksichtigen. Am 5. Mai 2026 veranstaltet die Wasserstoff-Arbeitsgruppe der Akademie der Wissenschaften in Hamburg einen interdisziplinären Kongress unter der Überschrift „EnergieZukunftWasserstoff“. Rund ein Dutzend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kommen in der Bucerius Law School in Hamburg zusammen, um sich in Vorträgen und Diskussionen mit Fragen rund um den Einsatz von Wasserstoff zu befassen. Das Kongress-Programm verbindet Perspektiven aus Naturwissenschaften und Recht ebenso wie aus Politik und Wirtschaft. Wasserstoff war vor rund einem halben Jahrzehnt der große Hoffnungsträger der Energiewende, um die Dekarbonisierung des Energiesystems voranzutreiben. Inzwischen – nach dem Hype – scheint trotz weiterhin steigender Treibhausgas-Emissionen diese Option etwas an Bedeutung verloren zu haben. Die damals angedachten hochgesteckten Ziele eines Markthochlaufs wurden bei Weitem nicht erreicht. Ziel des Kongresses ist es, die Entwicklungen der letzten Jahre interdisziplinär zu analysieren und zu bewerten. Außerdem werden parallellaufende Entwicklungen im Energiesystem erörtert, die die künftige Rolle von Wasserstoff maßgeblich beeinflussen können. Daneben ist zu berücksichtigen, dass der Wertekanon seit den Politikwechseln in einigen Ländern wie den USA einem starken Wandel unterliegt – auch in Bezug auf die Weiterentwicklung der globalen und auch europäischen Energiesysteme. Trotzdem ist davon auszugehen, dass Wasserstoff im Energiesystem der Zukunft weiterhin einen wichtigen Platz einnehmen wird, gerade mit Blick auf den Klimaschutz oder auch auf die Energiesicherheit. Ebenso geht es beim Kongress darum, die Rolle des Wasserstoffs im Kontext des nationalen und europäischen Energiesystems eventuell neu zu justieren.
Woche des Wasserstoffs

Schön, dass Sie (wieder) neugierig auf die WOCHE DES WASSERSTOFFS sind – Wasserstoff hat ja auch jede Menge Power. Sie haben Interesse an der Energie der Zukunft? Die WOCHE DES WASSERSTOFFS (#WDW) lädt jedes Jahr neun Tage lang bundesweit zu Veranstaltungen ein – von Mitmachaktionen für alle bis zu Fachvorträgen für Expert:innen und diejenigen, die es werden wollen. Bei der #WDW wird Wasserstoff sichtbar, verständlich und erlebbar. Was ist die WOCHE DES WASSERSTOFFS (#WDW)? Die #WDW ist eine Aktionswoche, bei der Unternehmen, Städte, Hochschulen, Initiativen und viele weitere Akteur:innen zeigen, was Wasserstoff heute schon kann – und welche Rolle er morgen für unser Leben spielt. Warum Wasserstoff? Wasserstoff ist der Schlüssel zur Energiewende: Er macht erneuerbare Energie speicher- und transportierbar. Er hilft Industrie und Verkehr klimaneutral zu werden. Er eröffnet neue Chancen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt. Kurz: Wasserstoff betrifft uns alle – und die #WDW zeigt, wie. Wer kann mitmachen? Alle! Ob Sie einfach mal reinschnuppern, Ideen für eigene Projekte sammeln oder selbst eine Aktion gestalten möchten: Die #WDW ist offen für jede:n. Mehr Infos zum Mitmachen finden Sie hier.Sie wissen schon, was Sie wollen? Dann geht es hier direkt zur Veranstaltungsanmeldung.